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Website mieten oder kaufen? Was bei „ab 99 €" im Kleingedruckten steht

„Ihre neue Website ab 99 €" klingt nach einem Schnäppchen. In den meisten Fällen sind es 99 € im Monat, mit zwei Jahren Laufzeit, und am Ende gehört Ihnen nichts. Dieser Artikel zeigt, woran Sie die vier Varianten erkennen.

Stand: September 2026. Die zitierten Klauseln stammen wörtlich aus den öffentlich einsehbaren AGB und Produktseiten der Anbieter.

Die vier Muster hinter „ab 99 €"

1. Die 99 € sind die Einrichtung, dann kommt das Abo

Sie zahlen 99 € einmalig und danach 49 bis 99 € im Monat, meist bei 12 oder 24 Monaten Laufzeit. Nach zwei Jahren stehen so 1.275 bis 2.475 € auf der Rechnung.

2. Die 99 € sind der Monatspreis

Das ist der häufigste Fall. 99 € im Monat mal 24 Monate ergibt 2.376 €. Kommt eine Einrichtungsgebühr dazu und läuft der Vertrag 36 Monate, sind es über 4.000 € für einen einzelnen One-Pager, den derselbe Anbieter zum Kauf für rund 1.900 € anbietet.

3. Die 99 € sind echt, aber das Produkt ist winzig

Es gibt sie, die ehrlichen 99-€-Angebote: eine einzelne Seite, eine digitale Visitenkarte, dazu 5 € im Monat für Domain und Hosting, monatlich kündbar. Das ist ein faires Geschäft, solange klar ist, dass es bei einer Seite bleibt.

4. Die 99 € stehen nur im Seitentitel

Der Google-Eintrag verspricht „ab 99 €", auf der Seite selbst steht dann 139 oder 149 €. Ärgerlich, aber vergleichsweise harmlos.

Die Klausel, auf die es ankommt

Der Preis ist nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem steht weiter hinten in den AGB. Diese Sätze stammen wörtlich von deutschen Anbietern:

„Mit vollständiger Bezahlung erhält der Kunde das einfache Nutzungsrecht an der Internetseite. Das Nutzungsrecht erlischt mit Beendigung des Vertrages." Und weiter: nach Vertragsende erfolgt „keine Herausgabe der Webseiteninhalte". Aus den AGB eines bundesweit werbenden Website-Abo-Anbieters
Bei Kündigung „wird die Seite zum Kündigungszeitpunkt offline geschaltet". Aus dem Angebot eines Anbieters speziell für Handwerksbetriebe

Im Klartext: Sie haben zwei Jahre lang bezahlt, Ihre Texte geliefert, Ihre Fotos hochgeladen, Ihre Kunden haben die Adresse gespeichert. Am Tag der Kündigung ist alles weg. Nicht einmal die Inhalte bekommen Sie heraus.

Manche Anbieter erlauben einen Rückkauf. Die Ablösesummen, die wir gefunden haben, reichen von 199 € bis 1.490 € zusätzlich zu allem, was Sie schon gezahlt haben.

Als Gewerbetreibender haben Sie kein Widerrufsrecht

Die Schutzregeln, von denen die meisten gehört haben, also höchstens 24 Monate Laufzeit, ein Monat Kündigungsfrist und ein Kündigungsbutton, gelten nur für Verbraucherverträge. Als Handwerksbetrieb, Café oder Restaurant sind Sie Unternehmer. Verträge über 36 Monate sind Ihnen gegenüber zulässig, und die 14-tägige Widerrufsfrist gibt es nicht. Die IHK warnt regelmäßig vor genau dieser Konstellation.

Woran Sie ein Mietmodell erkennen

Fünf Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten, bevor Sie unterschreiben. Wer bei einer davon ausweicht, hat die Antwort damit schon gegeben.

  1. Ist der genannte Preis einmalig oder monatlich? Klingt banal, ist aber der häufigste Irrtum.
  2. Wie lange läuft der Vertrag, und wie verlängert er sich? Automatische Verlängerung um die volle Laufzeit ist üblich.
  3. Auf wessen Namen läuft die Domain? Steht der Anbieter im Register, gehört ihm auch Ihre Adresse.
  4. Was passiert am Tag nach der Kündigung? Lassen Sie sich das schriftlich geben.
  5. Bekomme ich die Dateien, wenn ich gehe? Die Antwort „Sie erhalten Ihre Texte und Bilder" bedeutet meist: den Rest nicht.

Wann Mieten trotzdem sinnvoll ist

Wir verkaufen Websites zum Festpreis, insofern ist unsere Sicht nicht neutral. Trotzdem gibt es Situationen, in denen ein Abo passt:

Wichtig ist nur, dass Sie es wissen: Sie mieten dann, und Sie mieten dauerhaft.

Der Vergleich in einer Zeile

Ein Abo für 99 € im Monat kostet nach zwei Jahren 2.376 €, nach fünf Jahren 5.940 €, und die Website gehört Ihnen zu keinem Zeitpunkt. Eine gekaufte Website für 500 € kostet nach fünf Jahren immer noch 500 €, plus etwa 5 bis 10 € im Monat für Domain und Hosting bei Ihrem eigenen Provider.

Gegenüber jedem 99-€-Abo ist ein Festpreis von 500 € nach fünf Monaten günstiger. Alles danach ist gespart.

Sie haben ein Angebot vorliegen und sind unsicher?

Schicken Sie es uns. Wir sagen Ihnen, was drinsteht, auch wenn Sie am Ende bei dem anderen Anbieter bleiben.

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